Rate mal, was im Garten flattert

Juli 2021

SCHMETTERLINGE AUFNEHMEN

Studien zeigen übereinstimmend, dass es früher viel mehr Schmetterlinge gab! Leider wird ihre Situation nicht besser, und auch die so genannten "gemeinen" Arten sind betroffen. Wir alle können etwas für sie tun, aber dazu müssen wir unsere Sichtweise ändern. Schmetterlinge brauchen eine sich spontan entwickelnde Natur, keine domestizierte. Schluss mit keimfreien Gärten voller Chemikalien! Bahn frei fürs Unkraut, das nur in unserer Vorstellung schlecht ist.

Handeln: mindestens 1m2 wilde Natur im Garten

Um mehr Schmetterlinge im Garten zu beobachten, gibt es viele Handlungsmöglichkeiten. Es liegt an Dir, diejenige auszuwählen, die zu Dir passt. Aber eine Regel bleibt immer bestehen: keine Pestizide.

Unsere Tipps:

  1. Lasse ein Stück Rasen an einem sonnigen Ort spontan wachsen, damit einheimische Wildpflanzen und Gräser blühen können. Idealerweise mähst Du abwechselnd (ein Teil pro Jahr), so dass es immer Rückzugsgebiete gibt, in denen die Schmetterlinge ihren gesamten Lebenszyklus beenden können. Mähe vorzugsweise von Hand mit einer Sense, da mechanisches Material brutal ist und oft eine zerstörerische Wirkung hat.
    Diese Zufluchtsgebiete werden im Laufe der Jahre natürlich wieder blühen. Du kannst diesen Prozess aber auch beschleunigen, indem Du Samen von einheimischen Pflanzen aussäst.
  2. Lasse eine Parzelle mit Brennnesseln stehen, da die Brennnessel bis zu 20 verschiedene Schmetterlingsarten beheimatet! Sie ist die Wirtspflanze für viele Schmetterlinge: Tagpfauenauge, C-Falter, Distelfalter, Admiral, kleiner Fuchs und das Landkärtchen.
  3. Pflanze einheimische, honigtragende Futterpflanzen für Raupen. Ihr Nektar dient als Nahrung für Schmetterlinge. Eine Liste dieser Sorten ist hier verfügbar (in Französisch).
  4. Lasse im Gemüsegarten ein paar Pflanzen stehen. Kreuzblütler (Kohlköpfe, Rüben...) und Doldenblütler (Fenchel, Karotten...) sind beliebte Futterpflanzen der Raupen einiger Schmetterlinge.
  5. Trockene, hohlen Stängel einiger Pflanzen nur im Frühling abschneiden. Im Winter ermöglichen sie vielen Arten einen Winterschlaf.
  6. Lege im Garten einen Komposthaufen an. Der Rasenschnitt und beschnittene Zweige bieten den Raupen und Puppen einen Unterschlupf für den Winter oder einen Ort, an dem sie ihre Entwicklung beenden können. Schmetterlinge genießen auch die Säfte aus gegärten  Fruchtabfällen.
  7. Schaffe abwechslungsreiche Unterschlüpfe im Garten: ein Bett aus Efeu, einen hohlen Baum, eine alte Mauer oder einfach einen Holzhaufen und totes Laub.

 >> Entdecke alle Ratschläge des Netzwerkes Natur im Garten: hier klicken (in Französisch).

Bandes fleuries

Schmetterlinge verstehen

Schmettelinge sind von Pflanzen abhängig. Es ist kein Zufall, wenn man sie im Garten herumflattern sieht. Sie wurden durch die Pflanzen angelockt, sei es um Nahrung zu finden, Eier zu legen, Schutz zu finden oder sich auszuruhen.

Bestimmte Schmetterlinge legen ihre Eier nur auf eine einzige Pflanzenart: die Wirtspflanze. Sobald sie aus dem Ei geschlüpft sind, ernähren sich die Raupen  im Allgemeinen von den Blättern dieser Pflanze bis zum wunderbaren Augenblick der Metamorphose, wenn sie sich in eine Schmetterlingspuppe und anschließend in eine Imago verwandeln (so wie wir im allgemeinen einen Falter kennen).

Citron

Dieser ausgewachsene Schmetterling ernährt sich von Nektar und trägt gleichzeitig zur Bestäubung der aufgesuchten Blüten bei, denn er wird versuchen, sich vorzugsweise mit einem entfernt lebenden Partner zu paaren, um die Gefahr von Inzucht zu vermeiden und die genetische Vielfalt zu begünstigen. Hierzu muss er bisweilen eine größere Entfernung zurücklegen und dabei Hindernisse überwinden; wenn er auf einen Garten mit gutem Nahrungsangebot und Schutzmöglichkeiten, frei von Pestiziden, stößt, hat er viel bessere Erfolgsaussichten.

 >> Lerne die Schmetterlinge im Garten zu identifizieren: Hier klicken